Göteborgsvarvet 2015

Der grösste Halbmarathon der Welt in Göteborg, Schweden

Im Mai machten wir uns auf nach Göteborg. Unser Ziel: den grössten Halbmarathon der Welt zu laufen bzw. als Zuschauer zu geniessen. Wir, das sind Martin und Monika, Magali, Milena, Urs und ich. Da wir nicht nur Laufen sondern auch noch Göteborg erkunden wollten, flogen wir schon einige Tage vor dem Halbmarathon nach Göteborg. Swiss bietet eine direkte Verbindung von Zürich nach Göteborg an.

Göteborg bietet sehr viel und ist doch nicht zu gross, so dass man gut zu Fuss unterwegs sein kann und dabei viel sieht. Und mit einem Tagesticket für den öffentlichen Verkehr kann man sogar mit der Fähre auf die Schären vor Göteborg fahren. Wunderschön! Ich habe noch einige Reisetipps zu Göteborg in einem separaten Beitrag zusammengefasst.

Der Halbmarathon ist mit über 64’000 Anmeldungen und über 200’000 Zuschauern entlang der Strecke der grösste Halbmarathon der Welt. Deswegen haben wir uns schon am Donnerstag vor dem Lauf auf den Weg zur Expo gemacht, die in der Nähe des Stadions stattfand. Dort haben wir als erstes unsere Startnummern abgeholt und liefen danach durch die grosse Expo. Dort konnte man sich mit Rennverpflegung eindecken, die neusten Laufschuhe austesten und auch gleich kaufen (lohnt sich, die Preise waren sehr gut im Vergleich zur Schweiz), sich neue Laufbekleidung kaufen, verschiedene Wettbewerbe machen und auch das eine oder andere bekannte Gesicht antreffen. Ich habe letztes Jahr am Marathon in New York den Schweden Anders Forselius kennengelerent, der als „biking viking“ auf der ganzen Welt unterwegs ist und schon unzählige Marathons gelaufen ist. Und wisst ihr was? Er kennt sogar Aarau („You know, everybody knows Aarau!“).

Nach dem Besuch der Expo schauten wir uns das Stadion und das Start-/Zielgelände an und konnten langsam erahnen, was die Teilnehmerzahl von 64’000 Läufern bedeutet. Auch in der Stadt sahen wir immer mehr Leute mit Laufschuhen und fast alle Einheimischen sprachen uns an, ob wir auch am Varvet mitmachen würden. Man sagt also nur „Varvet“. Während der ganzen Wochen vor dem Halbmarathon finden auch unzählige andere Läufe für Gross und Klein, Jung und Alt, Läufer und Walker statt. Für jeden ist etwas Passendes dabei.

Am Samstag war dann der grosse Tag, Göteborgsvarvet, und wir machten uns nach einem guten Frühstück und einer kleinen Runde durch die Stadt auf zum Startgelände. Die städtischen Verkehrsbetriebe haben alle verfügbaren Fahrzeuge eingesetzt und wir fuhren wir mit einem wunderschönen Oldtimer-Tram richtung Stadion. Dort deponierten wir zuerst unsere Beutel mit Ersatzkleidern für nach dem Lauf und standen dann nochmals an vor einer riesigen Anlage mit Toiletten-Häuschen. Wahrscheinlich waren an diesem Tag alle in Schweden verfügbaren Toiletten-Häuschen in Göteborg! Und dann standen wir auch schon ein in unseren Startblock. Es gibt viele Startblöcke und die Starts finden von 13.00 bis 16.00 Uhr statt. Soviele Läufer sind es! Urs und ich hatten Glück und konnten schon kurz vor 14.30 Uhr starten, da wir als Charity-Läufer für die schwedischen „Clowns ohne Grenzen“ liefen. Martin, der sich normal angemeldet hatte, wurde im letzten Startblock eingeteilt und konnte erst um 16 Uhr starten. Wir hatten uns als Charity-Runner angemeldet, weil es keine normalen Startplätze mehr gab. Wir bezahlten einen kleinen Aufpreis, der gespendet wurde und durften in einer bunten Startgruppe laufen und wurden unterwegs immer wieder von Clowns angefeuert. Eine tolle Sache!

Der Start rückte immer näher und wir wurden mit Musik und Applaus auf die Strecke geschickt. Die ersten Kilometer führten durch den Park, der bis auf den letzten Platz besetzt war. Es herrschte richtige Volksfeststimmung und viele Göteborger nutzten den Tag, um im Park zu picknicken und die Läufer anzufeuern. Es gab schon einige Steigungen im Park, viele davon waren jedoch schön schattig und gut zu meistern.

Nach dem Park liefen wir durch ein Wohngebiet mit vielen Mehrfamilienhäusern. Dort sassen überall Leute in ihren Campingstühlen vor den Häusern, grillten Würstchen, tranken Bier, hörten Musik und genossen das schöne Sonnenwetter. Die Stimmung war echt toll! Wo sonst wird man an einem Lauf von tätowierten Rockern mit langen blonden Haaren angefeuert?

An der Strasse standen auch viele Kinder, die einem Hände entgegenstreckten zum abklatschen und uns Läufer anspornten.

Kurz nach diesem schönen Wohnquartier kam dann auch schon die Steigung hinauf zur Brücke Älvsborgsbron. Ja, genau, diese grosse Brücke. Der Anstieg war zwar anstrengend, aber die Aussicht von der Brücke über Göteborg war beeindruckend. Der Verkehr rollte neben den Läufern über die Brücke und immer wieder fuhren Autos vorbei, die hupten und aus denen „Heja heja-Rufe“ zu hören waren. Nach der Brücke führte die Strecke auf der anderen Seite des Flusses Göta älv nach Eriksberg. Dort hat es viele neue Wohnungen, viele davon in umgenutzten Industriebauten. Architektonisch sehr interessant anzuschauen, wie da aus einem ehemaligen Industriegebiet ein Wohngebiet entsteht. Die Strecke verlief grösstenteils dem Fluss entlang und überall applaudierten Zuschauer, die sich ein schönes Plätzchen am Fluss gesucht hatten, um den Lauf anzuschauen. Es gab unterwegs auch immer wieder Musik für die Läufer, Blasmusik, Rockbands, Schülerorchester, DJs, für Unterhaltung war gesorgt. Und verpflegt wurden wir Läufer auch genügend oft. Es gab ungefähr alle zwei Kilometer Wasser und an jeder zweiten Verpflegungsstelle auch Sportgetränke.

Kurz vor Kilometer 14 stieg die Strecke wieder an und wir nahmen die zweite grosse Brücke in Angriff. Die Götaälvbron führte uns wieder zurück auf die andere Seite von Göteborg, vorbei am rot-weissen Gebäude, das auch „Lippenstift“ genannt wird. Nach der Götaälvbron war es dann endgültig vorbei mit der Ruhe. Die Strassen waren gesäumt von Zuschauern. Hinauf zum Götaplatsen war die Strecke teilweise nur noch 2 Meter breit, weil soviele Leute zuschauen wollten und es alle paar Meter musikalische Unterhaltung gab. Beim Götaplatsen drehten wir eine Runde und bogen dann stadtauswärts richtung Stadion ab. Dort wurde es wieder etwas ruhiger entlang der Strecke.

Bei Kilometer 20 dann führte uns die Strecke wieder in den Park, den wir schon beim Start durchquert hatten. Dort herrschte nochmals eine super Stimmung. Und auch der letzte Anstieg vor dem Stadion war kein Problem mehr mit der grossartigen Unterstützung durch die Zuschauer. Der Einlauf ins Stadion und die letzten 100 Meter, bejubelt von vielen Zuschauern im Stadion, waren unvergesslich!

Im Stadion erhielten wir dann eine schöne Medaille, die sich sogar als Schlüsselanhänger verwenden lässt. Es gab Verpflegung und Getränke, sogar auch Milch und Kaffee, für die Läufer und viele glückliche Gesichter. Unsere Beutel mit Ersatzkleidern erhielten wir auch ohne Probleme zurück und konnten dann mit warmer, trockener Kleidung gemütlich den Weg zum Hotel zurück laufen.

Alles in allem ein wunderschöner Lauf bei bestem Wetter mit grossartigem Publikum, perfekter Organisation, freundlichen Schweden, tollen Reisebegleitern und vielen zehntausenden Mitläufern. Auch als langsame Läuferin ist man nie alleine auf der Strecke unterwegs. In Schweden läuft einfach jeder mit, egal ob jung oder alt, schnell oder langsam. Hauptsache ist, dass man dabei ist und Spass hat!

 

Herzliche Gratulation an Martin und Urs, ihr seid super gelaufen! Und vielen Dank an Monika, Milena und Magali für die Unterstützung entlang der Strecke!

(Fotos von Martin, Monika, Urs und mir.)

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Switzerland Marathon Light 2015: Einmal rund um den Sarnersee

IMG_0915Bild vom Switzerland Marathon Light 2014 (Foto: alphafoto.com)

Anfangs September liefen wir zum zweiten Mal den Switzerland Marathon Light rund um den Sarnersee in der Schweiz. Ein Halbmarathon, der 2014 auf Initiative von Viktor Röthlin, Marathon Europameister 2010 in Barcelona, gestartet wurde. Die Strecke verläuft auf Asphalt einmal um den See mit wunderschönen Ausblicken auf die umliegenden Berge. Landschaftlich ein sehr empfehlenswerter Lauf!

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Der Lauf startete am Sonntagmorgen um 11 Uhr. Das Wetter war etwas bewölkt, die Temperatur lag bei ca. 15 Grad Celsius. Ideales Laufwetter also. Der Start erfolgte im Dorf in Sarnen, nicht weit weg vom Festgelände. Beim Überqueren der Startlinie klatschte Viktor Röthlin die Läufer ab und schickte sie mit viel Energie auf die Strecke.

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Von Sarnen läuft man auf der von Zuschauern gesäumten Hauptstrasse nach Sachseln, wo schon viele Musikgruppen und Zuschauer auf die Läufer warteten und sie beklatschten und motivierten. Am Ende von Sachseln gab es auch schon die erste Verpflegungsstelle mit Wasser und Isostar. Dort traf ich dann auch auf den 2h30min-Pacemaker. Es gab Pacemaker für verschiedene Zielzeiten und auch die langsameren Läufer wurden nicht vergessen. Es gab auch 2h-, 2h15min- und 2h30min-Pacemaker für den Halbmarathon. Super auch für uns langsame Läuferinnen und Läufer! Ich lief eine Weile lang mit dieser kleinen Gruppe um den Pacemaker mit und lernte dabei einige nette Läuferinnen kennen. Unter anderem Renate, die wie ich den New York City Marathon 2014 gelaufen ist. Und wir überquerten die Ziellinie fast gleichzeitig, doch kennen gelernt haben wir uns erst in Sarnen. Und sind schon in der Planung für ein neues Projekt: Jungfrau Marathon für langsame Läuferinnen…

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Von Sachseln führte die Strecke weiter nach Giswil, wo nach einem kurzen Bogen (um die 21.1km voll zu bekommen) der Weg zurück nach Sarnen führte. Jedoch am anderen Seeufer entlang. Nun begann der schönere Teil der Strecke, jedenfalls meiner Meinung nach. Es wurde etwas hügeliger, die Strecke führte auch mal durch den Wald und immer wieder hatte man wunderschöne Ausblicke auf den See und die Berge. Und unterwegs gab es immer wieder Musikgruppen zu hören. Ländlermusik, Alphorngruppen, Schulbands, Guggenmusik, für jeden war etwas dabei. Verpflegungsstellen gab es auch genügend, eine sogar mit Isostar Gel, damit man nochmals Energie für den Schlussspurt tanken konnte.

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Die Strecke führte weiter nach Wilen, mit einer schönen Steigung, und von dort wieder nach Sarnen. In Sarnen liefen wir nochmals einen Bogen durchs Dorf, bevor wir die letzten Meter unter die Füsse nahmen, um im Stadion im Seefeld, also gleich neben dem See, ins Ziel zu laufen. Dort wartete reichlich Verpflegung in flüssiger Form auf die Läufer, Rivella, Isostar, Red Bull, alkoholfreies Bier… Rund ums Festgelände konnte man sich verpflegen, die Stände der Läuferexpo besuchen, Fotos mit Viktor Röthlin schiessen, ein Konzert geniessen oder der Siegerehrung beiwohnen. Der schnellste Läufer lief übrigens einen neuen Streckenrekord, unter einer Stunde für den Halbmarathon. Schnelle Zeiten sind also möglich auf dieser Strecke.

Neben dem Halbmarathon war es auch möglich, 10km zu laufen. Und für die Schüler gab es ein Klassenduell. Für den Startpreis von CHF 50 (Halbmarathon) bekam jeder Läufer ein schönes Laufshirt von asics, eine Isostar-Plastikflasche, diverse Müsterli, Gutscheine, ein Laufsäckli, natürlich einen Startplatz inkl. Verpflegung, musikalische Unterhaltung auf der Strecke sowie im Ziel. Eine tolles Angebot. Zudem wurde für die Reisenden mit Auto ein Shuttlebus vom Parkplatz in Kägiswil zum Start angeboten. Sehr gute Organisation! Und nach dem Lauf konnte man Bilder sowie ein Video von sich als Läufer anschauen. Das wirklich schön gestaltete Video konnte man auch gleich auf Facebook teilen. Coole Sache!

Ich war letztes Jahr schon dabei und ich werde auch nächstes Jahr wieder dabei sein! Ihr auch? Nächstes Jahr findet übrigens auch die Schweizer Meisterschaft im Halbmarathon gleichzeitig statt!

Mehr Infos zum Lauf gibt es auf http://www.switzerlandmarathonlight.ch

Switzerland Marathon Light

Bild vom Switzerland Marathon Light 2015 (Foto: ascics / Ochsner Sport)

261 Women’s Marathon & 10k in Palma de Mallorca

Am 7. März flogen wir, meine Schwester, 4 meiner Cousinen und ich, nach Palma de Mallorca. Unser Vorhaben: gemeinsam ein paar Tage in der Sonne verbringen und am Sonntag, dem internationalen Frauentag, den 10km-Lauf anlässlich des von Kathrine Switzer organisierten 261 Women’s Marathon & 10k zu laufen. Für meine Schwester und 2 meiner Cousinen war es der erste 10km-Wettkampf. Und um es vorwegzunehmen, sie haben das glamourös gemeistert! Bravo! 🙂

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Wir haben für 2 Nächte im Puro Hotel in Palma eingecheckt. Ein schönes Hotel in der Altstadt, in der Nähe der Kathedrale und somit auch ideal gelegen, um am Sonntagmorgen an den Start des Laufs, der auch gleich bei der Kathedrale und dem „Parc de la Mar“ war, zu gelangen.

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Am Samstag sind wir dann zuerst dem Meer entlang zur Expo des Laufs spaziert. Wunderschönes frühlingshaftes Wetter. Die Expo selber war sehr klein, aber frau konnte sich noch „verschönern“ lassen für den Lauf, neue Frisur oder eine Manicure? Warum nicht! An der Expo gab’s für jede Läuferin eine Startnummer mit Namen drauf, der war sogar so gross, dass er von den Zuschauern auch gelesen werden konnte! Und für jede Läuferin gab es ein leuchtend gelbes Langarm-Shirt von Nike mit der Nr. 261, die Startnummer von Kathrine Switzer’s erstem Marathon in Boston, an dem sie eigentlich als Frau gar nicht hätte starten dürfen. Natürlich waren auch noch ein paar Snacks und Goodies im Starterbag, den man auch als Rucksack tragen konnte. Sehr praktisch. Und das alles gab’s für ein Startgeld von EUR 20. Wirklich ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis!

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Den Samstag haben wir dann in der Altstadt von Palma verbracht, Shopping, Tapas, gemütlich die Gassen erkunden und plaudern. Und dann haben wir auch noch ein Restaurant gleich neben dem Hotel ausgesucht für unser Nachtessen. Leider war das keine gute Auswahl. Als erstes ist eine Ratte durch das Restaurant spaziert und Küchenschaben sind auch noch durch die Luft geflogen. Nun, wir hätten besser eine andere Auswahl getroffen… Die Ratte lag übrigens am anderen Tag vor dem Restaurant…

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Am Sonntag gab’s für uns schon um 7.30 Uhr Frühstück. Das Hotel hat extra früher ein Läuferfrühstück angeboten. Sehr praktisch. Um halb neun sind wir dann zum Start spaziert. Dort herrschte schon eine fröhliche Stimmung, die Sonne schien und überall sahen wir Läuferinnen mit dem 261-Shirt. Toll! Sogar die an Läufen üblichen Toi-toi-WCs waren super. Die hatten einen Holzboden, motivierende Sprüche von Kathrine Switzer an der Türe, um die Läuferinnen nochmals zu motivieren, Seife, Wasser, Handtücher, ob’s,… alles, was frau so braucht, war vorhanden. Und sehr sauber! Da könnten sich einige andere Laufveranstaltungen ein Vorbild dran nehmen.

Kurz vor neun Uhr sind wir in unserem Startblock eingestanden. Es gab insgesamt drei Startblöcke, der erste für die Marathonläuferinnen, der zweite und dritte für die 10km-Läuferinnen (je nachdem, ob man unter oder über einer Stunde laufen wollte, wurde man im 2. oder 3. Startblock eingeteilt). Vor dem Start machte Kathrine einige Durchsagen und gab den Läuferinnen mit ihren Worten nochmals Energie, Motivation und Durchhaltevermögen mit auf die Strecke. Und dann ging’s auch schon los.

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Die Strecke führte zuerst der Sonne entgegen dem Meer entlang. Unterwegs hatte es überall Leute an der Strecke, die uns Läuferinnen anfeuerten. Die Strecke war sehr flach und das Wetter perfekt. Sonne, ein leichtes Lüftchen und ca. 10 Grad Celsius. Nach 5 Kilometern folgte eine Zwischenwertung und danach gab’s auch gleich eine Wasserstation, wo man kleine Wasserflaschen bekam. Der Rückweg führte auf der Promenade dem Meer entlang zurück nach Palma. Immer mit wunderschönem Blick auf die Kathedrale und aufs Meer. Und unterwegs gab’s immer wieder Zuschauer direkt an der Strecke oder in einem der vielen Cafés entlang der Promenade, Musikgruppen sorgten für Stimmung und sogar einige ältere einheimische Damen feuerten uns Läuferinnen voller Enthusiasmus an. Der Blick auf die Kathedrale war wirklich wunderschön und da das Ziel gleich unterhalb der Kathedrale war, konnte man immer sehen, wie weit es noch ist bis zum Ziel. Bei Kilometer 9 gab’s dann nochmals Wasser und dann war schon fast das Ziel in Sichtweite. Die letzten Meter ins Ziel waren mit pinkfarbenem Teppich ausgelegt und die Zuschauer gaben uns nochmals Energie, um einen Endspurt hinzulegen. Im Ziel gratulierte Kathrine Switzer jeder Läuferin persönlich. Und jede Läuferin erhiehlt eine Medaille in Form einer Kette mit Perle und eine Blume. Nach dem Zieleinlauf gab’s dann Getränke, Früchte, Riegel, ein paar Stände der Sponsoren und sogar einen Massagedienst. Kurz nachdem ich ins Ziel lief, kam auch schon meine Cousine im Ziel an. Gemeinsam haben wir dann meine Schwester angefeuert und dann zusammen auf unsere andere Cousine gewartet. Um ihr nochmals Energie zu geben, haben wir sie auf den letzten Metern noch begleitet. Wir haben es also alle ins Ziel geschafft und dort haben unsere zwei anderen Cousinen gewartet, Fotos gemacht, Läuferinnen angefeuert und für Stimmung gesorgt.

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Wir sind übrigens alle Bestzeit gelaufen, die Strecke und das Wetter waren perfekt dafür. Die Organsiation des Laufs war wirklich sehr gut. Kathrine Switzer weiss, was Frauen glücklich macht und da sie selbst Läuferin ist und schon unzählige Läufe organisiert hat, hat sie gewusst, auf was man bei der Organsation eines Laufs beachten muss. Und mit dem Shirt, das wir bekommen haben und am Lauf getragen haben, sind wir alle sehr zufrieden! Das wird sicher nicht in der hintersten Ecke des Kleiderschranks landen!

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Nach dem Lauf sind wir dann ins Hotel zurück, das wirklich nur 2 Gehminuten vom Ziel-/Startbereich entfernt liegt, und haben uns eine Dusche gegönnt. Den Sonntagnachmittag haben wir am Meer verbracht und am Abend stand unser Siegermahl im Hard Rock Café Palma auf dem Programm. Dort trafen wir auch noch andere Läuferinnen an.

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Am Montagmorgen haben wir dann das Frühstücksbuffet etwas ausführlicher genossen und nochmals einen Spaziergang durch die Gassen der Altstadt gemacht. Kurz nach Mittag ging unser Flug schon wieder zurück in die Schweiz. Immerhin mit wunderschöner Aussicht über die Alpen und die Schweizer Seen. Sogar den Jet d’eau im Genfersee haben wir vom Flugzeug aus gesehen. Toll!

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Alles in allem ein lohnenswerter Wochenendausflug nach Palma. Und ein von Kathrine Switzer organisierter Lauf wird sicher wieder einmal auf unserer Laufagenda stehen!

Und die Orangen, die wir von Palma nach Hause mitgenommen haben, die schmecken sehr gut! Unbedingt frisch gepressten Orangensaft trinken und Orangen essen, wenn ihr in Palma seid.

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Falls ihr auch mal in Palma an den Start gehen möchtet, hier der Link des Laufs:

http://www.261wm.com/de/

And thank you Kathrine for a great run in Palma!

 

 

Einmal Marathon laufen in New York…

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Angesteckt von der Euphorie der Zuschauer und der Läufer am New York City Marathon, den wir 2013 als Zuschauer erleben durften bei unserem New York-Aufenthalt, habe ich meinen Mann und mich für die Startplatz-Verlosung des New York Marathons 2014 angemeldet. Richtig, Verlosung. Es wollen dort viel mehr Leute mitlaufen, als es Startplätze gibt, darum muss man sich für die Verlosung anmelden und wenn man Glück hat, wird man ausgelost und hat einen Startplatz auf sicher. Nun, den Tag der Verlosung hatten wir längst nicht mehr im Kopf, New York war weit weg und wir sind eben erst von unseren Langlaufferien zurückgekommen, als in meiner Mailbox eine Mail aufleuchtete: „Congratulations, Tanja! You’re in. Welcome to the Class of 2014, TCS New York City Marathoner!“

Ungläubig habe ich die Mail gelesen und da stand tatsächlich, dass ich am 2. November 2014 in New York am Marathon starten darf. Nun, ein paar Halbmarathons bin ich bis dahin schon gelaufen, aber Marathon. Nun ja, irgendwann im Leben wollte ich das mal tun, in New York wäre das natürlich toll. Aber dass es so schnell passieren würde, das habe ich nicht gedacht. Also, kurz mal ausrechnen, wie lange es noch dauert bis zum Marathon. Gut 31 Wochen. Das sollte reichen.

Am gleichen Tag habe ich natürlich eine Mail an meinen Arbeitskollegen, der gleichzeitig Laufexperte ist, geschrieben, um mir die ultimativen Trainingstipps geben zu lassen. Zuerst wollte er mir nicht recht glauben, dass ich einen Startplatz habe, aber dann hat er alle Register gezogen und mich eingedeckt mit Trainingsplänen und Infos, so dass ich mein Marathon-Training starten konnte.

Der Sommer ging dann schnell vorüber, wir waren mit Umbauen und Umzug in unser Haus beschäftigt, ein paar Wochen vor dem Marathon musste ich dann noch 3 Wochen pausieren, weil ich mir eine Hirnerschütterung zugezogen hatte, aber irgendwie konnte ich trotzdem einige Laufkilometer sammeln und mich auf meinen ersten Marathon vorbereiten.

Am Dienstag vor dem Marathon sind wir dann nach New York geflogen, haben unser Hotel bezogen und einige gemütliche Tage in New York verbracht. Da es unser zweiter Aufenthalt in New York war, mussten wir nicht alle Sehenswürdigkeiten abklappern und konnten uns Zeit lassen und die Vor-Marathon-Stimmung in New York geniessen. Ja, genau, die ganze Stadt stand im Zeichen des Marathons. Überall Werbung und überall Leute, die einem ansahen, dass man laufen wird und Glück wünschten. Genial!

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Marathon-Expo

Am Donnerstag vor dem Marathon öffnete die Marathon-Expo die Türen. Eine ganze Messehalle am Ufer des Hudson Rivers in Manhattan stand während 3 Tagen den Marathonläufern und weiteren Besuchern offen. Dort konnte ich meine Startunterlagen abholen und anschliessend durch einen extra eingerichteten Asics-Shop schlendern, in dem man alles kaufen konnte, was mit dem Marathonlogo bedruckt war. Von Rucksäcken, Laufshirts, Handschuhen, Mützen, Socken über Tassen, Schnapsgläser und Plüsch-Teddybären gab es wirklich fast alles. Angesichts der Warteschlange vor der Kasse (min. 30 Minuten Wartezeit), habe ich mich aber entschieden, nichts zu kaufen. Dafür gab es noch eine grosse Anzahl von Ausstellern, die allerlei Sachen an den Mann bzw. die Frau bringen wollten. Sogar das New York City Police Department (NYPD) hatte einen eigenen Stand, dort konnten die Polizisten, die am Marathon mitliefen, ihr extra für den Marathon angefertigtes Lauf-Shirt abholen.

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Im oberen Stock der Messehalle gab es eine Ausstellung zu den 5 Boroughs, die man am Marathon durchläuft: Staten Island, Brooklyn, Queens, Manhattan und die Bronx. Jeder Stadtteil präsentierte sich dort und man konnte auch Plakate anfertigten, um seine Angehörigen und Freunde am Marathon anzufeuern. Dort erwartete uns auch eines der Highlights unserer Reise, wir durften Kathrine Switzer kennenlernen und mit ihr einige Worte wechseln. Kathrine Switzer ist 1967 als erste Frau am Boston Marathon gestartet. Als der Renndirektor des Boston Marathons bemerkte, dass eine Frau an seinem Rennen teilnahm, wollte er ihr unterwegs die Startnummer wegreissen, dies wurde jedoch von Kathrines Begleitern verhindert. Das war der eigentliche Anfang vom Frauen-Laufsport. Kathrine Switzer hat unzählige Rennen auf der ganzen Welt organisiert, an denen Frauen teilnehmen konnten und schliesslich wurde auch dank ihres Engagements ein Frauen-Marathon an den olympischen Spielen in Los Angeles 1984 ins Programm aufgenommen. Kathrine Switzer ist inzwischen 67 Jahre alt, aber immer noch aktiv als Läuferin und Organisatorin von Läufen. Als wir ihr erzählt haben, dass wir aus der Schweiz kommen, war sie total begeistert und hat uns erzählt, dass sie selber ein Jahr in Basel gelebt hat, als sie in Europa Rennen bestritt. Mit einigen motivierenden Worten für den Marathon verabschiedete sie sich schliesslich von uns, da sie gleichentags noch in die „Hall of Fame“ des New York City Marathons aufgenommen wurde. Diesen hat sie 1974 gewonnen.

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Opening Ceremony im Central Park

Am Freitagabend fand im Central Park auf den letzten Metern der Marathonstrecke eine Eröffnungsfeier statt. Jedes Land, das Teilnehmer am Marathon stellte, war mit einer Delegation inkl. Fahnenträger an der Parade dabei. Ich durfte bei den Schweizern mitlaufen und wir waren beliebtes Fotomotiv für viele andere Länder. Viele Teilnehmer kleideten sich sogar traditionell in Kimono, Schottenrock, Leopardenpelz oder Lederhosen oder brachten typische Maskottchen mit wie z. B. aufblasbare Kängurus. Unsere Delegation lief hinter der schwedischen Delegation, was den Amerikanern gleich eine kleine Geographielektion durch den schwedischen Fahnenträger bescherte: Schweden steht in seinen Worten gesagt für ABBA, IKEA und Süssigkeiten. Und die Schweiz beschrieb er mit den drei Worten: Alpen, Schokolade und Uhren. Gar nicht schlecht. Im Nachhinein haben wir dann herausgefunden, dass der schwedische Fahnenträger für die schwedische Ausgabe der „Runners World“-Laufzeitschrift tätig ist und so schafften wir Schweizer es sogar in die Online-Ausgabe der schwedischen „Runners World“.

Die Zeremonie beinhaltete verschiedene Reden, Auftritte von Showgruppen, die Parade der Länderdelegationen und wurde direkt am Fernsehen übertragen. Der Höhepunkt der Eröffnungsfeier war schliesslich das Feuerwerk im Central Park zu Frank Sinatras „Theme from New York, New York“. Das Feuerwerk war mindestens doppelt so gross wie das Feuerwerk in Basel zum ersten August. Eine tolles Erlebnis, man fühlte sich fast ein bisschen wie ein Olympiateilnehmer.

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Am Samstagmorgen regnete es leider. Trotzdem trafen wir uns mit ungefähr 7‘000 anderen Läufern vor dem Hauptquartier der UNO in New York, um von dort durch die abgesperrten Strassen Manhattans in den Central Park zu laufen und dort schon mal auf den letzten Metern des Marathons ein bisschen Zielluft zu schnuppern. Beim Start vor dem Hauptgebäude der UNO sang eine Sängerin die Hymne der UNO, bevor der Startschuss erklang.

Der Lauf war auch für Freunde und Familien der Marathonläufer offen und so konnten mein Mann und ich gemeinsam 5 Kilometer durch New York laufen. Ich war froh, als ich die 5 Kilometer hinter mir hatte, es war einfach nur anstrengend und ich dachte mir nur, wie soll ich am Sonntag einen ganzen Marathon laufen, wenn ich heute 5 Kilometer schon anstrengend finde. Aber ich hatte ja noch 24 Stunden Zeit, um mich mental auf den Start des Marathons vorzubereiten.

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TCS NYC Marathon 2014

Am Sonntagmorgen früh habe ich nach dem Aufstehen zuerst den Wetterbericht angeschaut und eine Mail gelesen von den Organisatoren des Marathons: aufgrund der kalten und stürmischen Wetterbedingungen solle man sich warm anziehen und wegen des Sturms seien im Startgelände keine Zelte aufgestellt worden. Nun gut, zur Sicherheit habe ich noch eine extra Laufweste und eine Mütze eingepackt.

Zum Startgelände auf Staten Island konnte man entweder per Bus oder per Fähre anreisen. Der Transport wurde vom Marathonveranstalter organisiert, eine logistische Meisterleistung bei über 50‘000 Teilnehmern! Da ich im Sommer ein Buch über den New York City Marathon gelesen hatte und dort die Anreise mit der Fähre empfohlen wurde und man dann auch etwas länger schlafen konnte, verzichtete ich auf die Busfahrt nach Staten Island. Die Busreisenden mussten zudem schon um 7 Uhr morgens beim Start sein, da danach die Verrazano-Narrows Brücke für jeglichen Verkehr gesperrt wurde. Das hiess für die meisten, dass sie mindestens 3 bis 3.5 Stunden im Startgelände ausharren mussten, bevor sie starten konnten. Da war ich froh, dass meine Fähre erst um 8.15 Uhr von Manhattan losfuhr. Bevor wir jedoch auf die Fähre durften, wurden wir einer Gepäckkontrolle unterzogen und es standen unzählige Polizisten mit Sprengstoff-Hunden bereit, um zu verhindern, dass jemand etwas Unerlaubtes mitnehmen konnte. Die Fahrt mit der Fähre vorbei an der Freiheitsstatue und mit toller Sicht auf die Skyline von Manhattan war eine schöne Einstimmung in den Marathontag. Als wir dann auf Staten Island ankamen und dort ca. 20 Minuten in der Schlange standen, bevor wir in einen der unzähligen Busse steigen konnten, die uns bis zum Startgelände brachten, wurde uns bewusst, was kalt und stürmisch bedeutet. Es herrschten Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt und der Wind hatte eine Geschwindigkeit von ca. 64km/h. Zum Glück hatte ich alte Kleider an über meinen Laufsachen, so dass ich einigermassen warm hatte. Die Busfahrt zum Startgelände dauerte nur kurz, jedoch standen wir kurz vor dem Startgelände im Stau, was angesichts der Wetterbedingungen aber keinen Läufer gross störte. Beim Aussteigen aus dem Bus wurden wir dann alle nochmals kontrolliert, der durchsichtige Startbeutel (andere Taschen waren nicht erlaubt) wurde durchgeschaut und wir alle mussten durch den Metalldetektor laufen. So viele Polizisten habe ich selten gesehen. Im Startgelände angekommen hatte ich gar nicht mehr viel Zeit bis zum Start, kurz noch auf die Toilette, einen Apfel essen, alte Kleider in die bereitgestellten Container werfen (die Kleider werden danach an Obdachlose verteilt), und dann zu meinem Startblock laufen. Unterwegs traf ich noch einen Bekannten aus der Schweiz, der unglaublich nervös war und ziemlich froh wirkte, als er ein ihm bekanntes Gesicht sah. Ich selber war vor dem Start ziemlich ruhig. Am Abend vor dem Marathon habe ich noch einen interessanten Artikel gelesen, in dem stand, dass man sich vor Läufen drei Ziele setzen soll. Eines, das man sicher erreicht (meins: Ankommen), ein Ziel, das man, wenn man realistisch denkt, auch erreichen kann (meins war, unter 6 Stunden zu laufen und bei Tageslicht über die Ziellinie im Central Park zu laufen) sowie ein Ziel, dass man erreichen kann, wenn alles super läuft (unter 05:30 laufen, das war auch die Zeit, die mir mein Trainingsplan voraussagte). Nun, das war irgendwie beruhigend, so dass ich am Sonntag gar keinen Grund hatte, um nervös zu sein. Als ich mich dann von meinem Bekannten, der in einem anderen Startblock startete, verabschiedet hatte, musste ich schon in meiner „Wave“ (Startwelle) einstehen. Von dort aus sah man dann auch zum ersten Mal die Verrazano-Narrows Brücke, über die wir gleich laufen sollten. Wir sahen auch schon die Läufer der vorderen Startwelle, die auf dem Ober- und Unterdeck der Brücke Richtung Brooklyn liefen. Meine Startwelle musste auf dem Unterdeck laufen. Als ich das einige Wochen vor dem Marathon erfuhr, war ich etwas enttäuscht, aber am Marathontag selber war ich unglaublich froh, dass ich bei dem starken Wind nicht auf dem Oberdeck laufen musste. Es hat alles auch Vorteile bei richtiger Betrachtung!

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Und schon hörten wir den Startschuss und Frank Sinatras Stimme:“ Start spreadin‘ the news. I’m leavin‘ today. I want to be a part of it. New York, New York……“

Die ersten Meter war die Stimmung unglaublich, aber schon bald hörte man nur noch die Fusstritte und das Schnaufen der Läufer, zuerst galt es, die Brücke hinauf zu laufen. Und der Wind war wirklich unglaublich stark. Ich war froh, dass ich meine alte Daunenjacke noch nicht weggeworfen hatte, diese war ein willkommener Begleiter auf den ersten Kilometern über die Brücke. Viele hielten ihre Startnummer fest, weil sie Angst hatten, dass diese davonfliegen würde, unzählige Mützen flogen durch die Luft und obwohl wir eine wunderbare Aussicht auf Manhattan und das Meer hatten, wollten alle einfach nur schnell wieder von der Brücke runter. Immer wieder hörte man Jubelschreie, als man sich der Mitte der Brücke näherte, denn von da an ging’s abwärts. Einfach laufen lassen und möglichst schnell nach Brooklyn kommen. Eigentlich sollte man nicht zu schnell starten, denn es gilt immerhin 26.2 Meilen oder 42.195km zurückzulegen, aber das war in diesem Moment zweitrangig. Kaum sind wir in Brooklyn angekommen, sahen wir die ersten Zuschauer. Auf den Brücken selber waren Zuschauer nicht erlaubt. Die ersten 21 Kilometer führten von Staten Island über die Verrazano-Narrows Brücke durch Brooklyn. Und in Brooklyn waren die Strassen voll von Zuschauern. Rechts und links und sogar auf dem Mittelstreifen der Strasse feuerten uns die Leute an, hielten Plakate mit motivierenden Sprüchen in die Luft, verteilten Taschentücher, Bananen, Orangenschnitze, Salzbrezeln,… Immer wieder standen Bands und Orchester am Strassenrand und machten Musik. Einfach unglaublich! Und mindestens alle 10-20 Meter standen 2 Polizeibeamten an der Strecke.

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Die Strecke durch Brooklyn war sehr abwechslungsreich, von wunderschönen Quartieren mit den typischen 2-3 stöckigen Backsteinhäusern mit schönen Vorgärten, über breite Einkaufsstrassen, durch Williamsburg, wo geschäftiges Treiben herrschte, sahen wir sehr viele Seiten von Brooklyn, die man sonst wohl so nicht sieht. Unterwegs gab’s immer wieder Verpflegungsstellen, wo man sich mit Wasser, Gatorade und gegen Ende mit Gels und Früchten verpflegen konnte.

Mein erstes Zwischenziel war Meile 8, da mein Mann dort auf der linken Seite in der Kurve stehen und mich anfeuern wollte. Nun, da ganz New York auf den Beinen war und viele Strassen gesperrt waren, ich eher schneller als geplant unterwegs war, hat er mich schliesslich nur noch von hinten gesehen und ich habe ihn in der riesigen Zuschauermenge gar nicht entdeckt. Aber wir hatten noch einige Treffpunkte ausgemacht. Also weiter bis zur Brücke, die Brooklyn und Queens verbindet und gleichzeitig Halbmarathon bedeutete. Die Brücken waren jeweils wie Hügel, zuerst aufwärts und dann wieder abwärts, was dazu führte, dass man aufwärts fast immer gehen musste, weil einfach zu viele Läufer unterwegs waren und es fast kein Durchkommen gab. Egal, den Halbmarathon habe ich geschafft, Blick auf die Uhr: 2:30! Kurz rechnen im Kopf, dann hätte ich ja noch 3 Stunden Zeit, um die zweite Hälfte zu laufen, das ist machbar, ging mir durch den Kopf. Und schon war die Brücke überquert und Queens wartete auf uns. Dort war die Strecke etwas kurvig, aber die Leute in Queens waren genau so tolle Zuschauer wie die in Brooklyn. Immer wieder riefen die Zuschauer unsere Namen (sollte man sich unbedingt vorher aufs T-Shirt schreiben), machten Komplimente („you’re looking good“. „I love your pants“,…) und sorgten dafür, dass die Stimmung grossartig war.

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Getragen von all den Ermunterungen der Zuschauer nahmen wir die Queensboro-Brücke in Angriff und von dort aus hatten wir eine unglaublich schöne Sicht auf Manhattan, die Sonne war inzwischen so hoch am Horizont, dass sie sogar etwas wärmte und man zwischendurch die Handschuhe ausziehen konnte. Unter der Brücke konnten wir Roosevelt Island sehen und je näher wir dem Brückenende kamen, umso mehr hörten wir die Zuschauer der First Avenue in Manhattan. Bis dorthin hatten wir schon 25 Kilometer geschafft und unglaublich viel gesehen und erlebt und wohl keiner der Läufer dachte, dass es noch besser werden könnte, aber da der Marathontag zugleich auch ein bisschen ein Kampf unter den verschiedenen Stadtbezirken ist, gaben die Einwohner von Manhattan alles. Wir liefen die First Avenue von der 59. bis fast zur 130. Strasse hoch und die ganze Zeit war es laut, musikalisch, freudig, eine riesige Party! Das motivierte ungemein, denn der Wind war immer noch sehr stark und zwischendurch musste man sich die Hände vors Gesicht halten, um nicht zu viel vom Wind abzubekommen. Kurz vor der Brücke rüber in die Bronx gab es die erste Verpflegungsstation mit Früchten und Gels, damit keiner der Läufer den „Mann mit dem Hammer“ (bzw. „the wall“) antraf. Ich habe glücklicherweise keine Bekanntschaft mit dem Hammermann gemacht und blieb auch vor Krämpfen verschont. Und je länger der Marathon dauerte, umso zuversichtlicher wurde ich, dass ich ohne Probleme ins Ziel laufen kann (gegen Krämpfe soll übrigens der Saft aus den Essiggurken-Gläsern wirken, was ich zum Glück nicht ausprobieren musste).

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Die Brücke hinüber in die Bronx war fast eine Wohltat. Es war richtig ruhig ohne Zuschauer und die Ohren freuten sich über etwas Erholung. Aber die Brücke war nur kurz und schon kamen wir in der Bronx an. Auch dort spielte eine Band nach der anderen und die ganze Strecke war mit Plakaten verziert. Beim Verpflegungsstand dort musste ich noch eine unfreiwillige Pause einlegen, weil mir jemand auf den Fuss stand und ich dadurch meinen Schuh verlor und diesen wieder anziehen musste, aber die Leute waren sehr hilfsbereit und boten ihre Hilfe an. Zum Glück tat mir nichts weh und ich konnte weiterlaufen. Nun waren es nur noch 10km bis ins Ziel und ich fing in meinem Kopf an zu rechnen, wie lange ich pro Kilometer noch haben darf, damit ich mein drittes Ziel, unter 05:30 zu laufen, erreiche. Es sollte zu schaffen sein. Also, rauf auf die letzte Brücke und zurück nach Manhattan. Dort hatte ich beim Marcus Garvey Memorial Park, ein kleiner Park in Harlem, einen weiteren Treffpunkt mit meinem Mann vereinbart. Und endlich haben wir uns nicht verpasst, nachdem es vorher nicht geklappt hat. Mein Mann hat mich eingedeckt mit Schokolade (Lindt, aus der Schweiz extra mitgebracht), Cola und einigen motivierenden Worten, so dass ich nach einer kurzen Pause die letzten 7 Kilometer in Angriff nahm. Nun hörte ich immer mehr, wie mir die Zuschauer zuriefen, dass es nicht mehr weit sei, dass ich noch gut aussehe, dass ich es fast geschafft habe. Richtig toll. Und zwischendurch stand auch immer mal wieder ein Grüppchen von Zuschauern mit schweizer, deutscher oder österreichischer Fahne am Strassenrand und freute sich, eine Schweizerin zu sehen. Toll, wie wildfremde Leute einen ganzen Tag lang dort stehen und so viele Läufer anspornen!

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Und dann, kurz vor Kilometer 38 bogen wir endlich in den Central Park ab. Dort wurde es nochmals kurvig und hügelig. Aber der Park in seinem Herbstkleid war wunderschön und auch dort standen an jeder Ecke Zuschauer. Am südöstlichen Ende verliessen wir den Park nochmals, liefen der 59. Strasse entlang bis zum Columbus Circle und dort ging’s wieder in den Central Park hinein. Nur noch eine halbe Meile (800m). Die Strecke dort kannte ich schon von der Eröffnungszeremonie und dem 5km-Lauf. Also zuerst schön bergab, dann nochmals ein knackiger Anstieg, aber gleich nach dem Anstieg kommt die Kurve und dann die Zielgerade. Nochmals alle Energie zusammensuchen, einen kleinen Endspurt hinlegen, lächeln, damit die Zielfotos auch gut aussehen, und dann über die Ziellinie. Was, war’s das schon? Und schon hängte mir jemand eine Medaille um den Hals, jemand schob mich vor die Fotowand, lächeln fürs Finisher-Foto, dann drückte mir jemand einen Beutel mit Verpflegung in die Hand, jemand legte mir eine Wärmefolie um den Körper und dann realisierte ich, dass ich tatsächlich meinen ersten Marathon gelaufen bin, die Ziellinie bei Tageslicht überquert hatte und der Blick auf mein Handy zeigte mir, dass ich meine drei Ziele fast alle erreicht habe: 5:30:05! Super!

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Nach der Ziellinie musste man entweder links laufen, wenn man kein Gepäck abgegeben hatte im Startbereich oder rechts, wenn man sein Gepäck abholen wollte (diese Entscheidung musste man schon Monate im Voraus treffen und auf dem Portal der New York Road Runners auswählen). Ich hatte kein Gepäck und konnte so den Central Park etwas früher verlassen. Am Ende bekamen wir alle noch einen wärmenden Poncho, der uns auf dem Weg ins Hotel zurück etwas aufwärmen sollte. Der Anblick dieser riesigen Läufermasse, alle mit blauem Poncho bekleidet, sah doch etwas lustig aus. Bei der U-Bahn-Station hat mein Mann auf mich gewartet und wir gingen gemeinsam die Treppenstufen zur U-Bahn runter. Ich spürte meine Beine und Füsse langsam, konnte aber noch vorwärts laufen. Einige andere Läufer mussten jedoch die Treppen rückwärts runterlaufen. Ein herrliches Bild!

Im Hotel angekommen freute ich mich dann über eine wärmende Dusche und ein gutes Nachtessen. Am Abend war ich aber dann doch froh, als ich endlich im Bett lag und mich ausruhen konnte.

Marathon Monday im Central Park

Am Montag nach dem Marathon ist der Zielbereich im Central Park nochmals offen. Dort kann man Finisher-Shirts kaufen, seine Medaille mit Namen und Zeit gravieren lassen, Fotos machen, die New York Times lesen (mit Sonderbeilage Marathon)… Nach einem Spaziergang durch den Central Park sind wir mit der Seilbahn nach Roosevelt Island gefahren, da merkt man plötzlich, wie hoch oben die Queensboro Brücke eigentlich ist, die man am Tag zuvor zu Fuss überquert hat, und dann haben wir noch einen Ausflug an den Strand gemacht. Mit der U-Bahn kann man bis nach Brighton Beach fahren und dem Strand entlang nach Coney Island spazieren und von dort mit der U-Bahn wieder zurück fahren. Die U-Bahn fährt da fast überall über der Erde und da konnte ich nochmals ein paar Blicke auf die Marathonstrecke und die Verrazano-Narrows Brücke werfen. Erst da wurde mir bewusst, wie weit ich am Sonntag eigentlich gelaufen bin. Wahnsinn!

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Die restlichen Tage in New York gingen schnell vorüber und am Donnerstag sassen wir schon wieder im Flugzeug in die Schweiz, die Koffer gefüllt mit Souvenirs und vielen Erinnerungen an erlebnisreiche Tage und einen unvergesslichen Marathon. Ich kann euch nur empfehlen, einmal in New York zu laufen. Die Organisation ist perfekt, die Stimmung mit über 50‘000 Läufern, über 10‘000 freiwilligen Helfern und unzähligen Zuschauern ist wirklich toll und wenn man sich Zeit nimmt, kann man richtig eintauchen in die „Marathon-Stadt“ New York.

Falls ihr mehr wissen wollt oder sogar an der Start-Verlosung teilnehmen möchtet, könnt ihr euch gerne einen Kommentar hinterlassen.

Meinen Reisebericht schliesse ich mit Frank Sinatras Worten: „If I can make it there, I’m gonna make it anywhere.“ Der nächste Lauf kommt bestimmt!

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